Lost in Transportation

Als vor einigen Jahren das Monopol der Deutschen Bahn für Fernreisen aufgehoben wurde, durfte man hoffen. dass neue Anbieter den Markt erfrischen. Schließlich predigt man uns sehr eindringlich den Glauben an die Selbstregulierung der Märkte. Es muss nur genügend Freiräume zur Entfaltung geben. Beschränkungen von seitens der Politik gegen Misbrauch und Ausbeutung werden als Hemmshuh von Fortschritt und Moderne hingestellt. Nicht selten wird dies dann noch mit der mutwilligen Gefährdung von Arbeitsplätzen coloriert. Die Realität verhält sich dann doch ein wenig anders, als man uns glauben machen möchte. Im Sommer 2016 gestaltet sich die Situation wie folgt.

Ein Großteil der vielen neu gegründeten Busunternehmen wurden sehr rasch von den großen Anbietern aufgekauft. Aktuell beherschen drei Unernahmen die Fernreisebranche in Deutschland und legen somit die Bedingungen zu den eigenen Gunsten fest. Die wirklichen Schnäppchenpreise für Fernbusreisen sind einzig über die Onlinebuchung zu bekommen und erfahrungsgemäß gestaltet sich die Bezahlung im Bus als erheblich teurer und vielmals auch kompliziert. Auf beliebten Strecken passiert es nicht selten. dass dann bereits alle Plätze belegt sind. Für Menschen, die die Notwendigkeit von Paypal oder Kreditkarten in Frage stellen und diese deshalb nicht besitzen, erübrigt sich der Versuch einer Onlinebuchung auf den Internetportalen der Busunternehmen. Die Gutscheine die in den Supermärkten erworben werden können, erweisen sich schnell als unbrauchbar. So ist es bei Flixbus nicht möglich für eine Fahrt mehrere Gutscheine einzulösen. Dieses wichtige Detail wird auch nicht auf den Gutscheinen erwähnt. Eine technische Umsetzung die mehrerere Gutscheincodes zur Bezahlung einer Busreise gestattet, ließe sich mit überschaubarem Aufwand schnell umsetzen. Wirkliche Verbraucherfreundlichkeit sucht man bei diesen Angeboten vergebens. Die Konditionierung zur ‚Geiz ist geil Mentalität‚ zeigt so ihr wahres Gesicht. In den vielen Ticketverkausstellen variieren die Aufschläge erheblich. So berechnet ein Reisebüro in Frankfurt, nahe des Hauptbahnhofes einen Aufschlag von 3 Euro pro Strecke und Person. Unter Zeitdruck kann eine Fernbusreise schnell in den Kosten explodieren. Die Flixbus eigenen Verkaufstellen sind hingegen humaner in ihren Gebühren. So zahlt man beispielsweise in Hamburg am Schalter des Zentralen Omnibusbahnhofes lediglich einen Aufschlag von 2 Euro pro Buchung.

Wer sich entschließt aufs Geradewohl sein Ticket in Bus zu lösen kann unter Umständen vergebens aufgebrochen sein. Bei einem vollbelegten Bus gibt es keine Option dennoch mitgenommen zu werden. Da heisst es entweder auf die Bahn ausweichen oder auf den nächsten Bus hoffen.Neben allen diesen Unanehmlichkeiten gibt es viele weitere Gründe weswegen man besser keine Fahrt in einem Fernbus in Deutschland wagen sollte. Die Funktionstüchtigkeit des viel umworbenen Internets während der Fahrt, war auf meinen Reisen verwehrt. Bei längeren Fahrten ist man, wegen mangelnden Lademöglicheiten, mit der Nutzung der eigene Geräte auf die hoffentlich ausreichende Batterieleistung angewiesen. Ein anderer Aspekt ist der Zustand der Toiletten, welcher oft an die umstände in alten Regionalzügen erinnert. Bis auf wenige Ausnahmen hat das Personal auch eine eigene Auffassung wie mit Kunden umzugehen ist. Das verwundert allerdings nihct, wenn man sich das üblich Gebahren vieler Mitreisenden vergegnwärtigt und die hohe Arbeitsauslastung der Busfahrer berücksichtigt. Ein anderes leidiges Thema sind die stetigen Verspätungen, die man mit etwas mehr Zeitpuffer für die Busfahrer auf ein verträgliches Maß reduzieren könnte. Staus auf den deutschen Autobahnen sind nunmal keine Ausnahme, sondern gehöhren eher zum Alltag. Vor Reiseantritt sollte man sich auch vergewissern wo der konkrete Abfahrtsort und der konkrete Ankunftsort ist. Auch hier kann man schnell überraschunge erleben, wie sie die Passagiere des irischen Biligfliegers RaynAir kennen. Wer beispielsweise nach Köln möchte landet ein gutes Stück vom Stadtzentrum entfernt. Das kann imgünstigen Fall wenige Euro für die S-Bahn kosten aber auch sehr unangenehm werden, wenn es eine erhebliche Verspätung gab und der öffentliche Nahverkehr bereits Betriebsschluß hat.

Beim Thema öffentlicher Nahverkehr kann man in den diversen Städten Deutschlands auch einige Abenteuer erleben. Von einem positiven Aha-Erlebnis in der Bundeshauptadt Berlin zum Beispiel fahren U-Bahn und Co. das gesamte Wochenende durch. Recht fragwürdig ist dagegen die Situation in Halle an der Saale mit der HAVAG. Wegen starken Vandalismus mussten an einigen haltestellen die Fahrkartenautomaten entfernt werden. Die Automaten wurden in so kurzen Abständen zerstört, das die Betreiberin HAVAG mit den reperaturen nicht mehr nachkommen konnte. Um die Situation noch zu verschlimmern, kann in den Strassenbahnen am Ticketautomaten einzig mit der Chipkartenfunktion der Kontokarte bezahl werden. Viele Geldinstitue haben allerdings diese Chips von ihren Karten wegen mangelnder Aktzeptanz aus Kostengründen wieder entfernt. Das erschwert ein Bezahlen ungemein. Als Ausweg kann beim Fahrer ein Langstreckenticket erworben werden, das erheblich teurer ist als der Normaltarif. Auf absehbare Zeit scheint für diese Problematik keine Abhilfe in Sicht. Lediglich die ichte der Fahrkartenkontrollen wurde erhöht, um so dem ’selbst verursachtem‘ Schwarzfahren entgegen zu wirken. So schafft es die Stadt Halle bei ihren Besuchern einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Ein anderes immer wieder mit negativen Schlagzeilen von sich reden machendes deutsches Unternehmen ist die Bahn. Und die kommt! Meistens. Zu spät. Auch wenn die Bundesbahn privatisiert wurde, ist der Hauptaktionär noch immer der deutsche Staat. Die Bundesregierung spricht sich immer sehr gern für Nachhaltigkeit und Umweltschutz aus, das bedeute aber nicht, das sie in diesem Sinne auch agiert. Damit der Bürger nicht auf die Idee kommt mit der Bahn zu reisen sind die Grundpreise für ein Ticket mit dem Schnellzug ICE überdurchschnittlich hoch. Kurzentschlossen zum Bahnhof zu gehen und eine Fahrkarte für den nächsetn Zug von Berlin nach München zu kaufen schlägt mit durchschnittlich 150 € für eine einfache Fahrt zu buche. Immerhin gibt es Sparpreise, die weitaus hummaner sind. Diese Angebote sollte allerdings mindestens 2 Tage vor Fahrtantritt ergattert werden, da das Kontingent stark limitiert ist. Mit einer solchen Reise ist man allerdings gebunden. Wer aus irgendwelchen Gründen zu dem ausgewählten Zeitpunkt nicht fahren kann, hat die Möglichkeit für 17 Euro sein Ticket vorzeitig umzubuchen oder nachträglich den vollen Reisepreis für einen späteren Zug zu zahlen. Eine Entschuldigung der zug ist mir vor der Nase davon gefahren erweicht keine Bahnangestellten. Dafür darf man als Passagier viel Verständnis zeigen, wenn mal wieder die Klimaanlage im Sommer ausfällt oder im Winter der ganze Waggon wegen defekter Heizung einem Kühltransport gleicht.

Verständlich weswegen Deutschland mit seiner Automobilindustrie ein Autofahrerland ist und bleibt. Aber auch im privaten Sektor lässt es sich verreisen. Die ehemalige Internetseite Mitfahrgelegenheit brachte Menschen zusammen die gemeinsam in einem privaten PKW reisen. So konnte man auf dem Portal nach Fahrern suchen, die in die gewünschten Stadt fahren und noch ein Platz für eine Mitfahrer frei haben. Für recht kleines Geld konnte man so unkompliziert durch die Republick tingeln. Bezahlt wurde der vorher vereinbahrte Betrag unkompliziert beim Fahrer. So habe ich viel Jahre sehr angenehme Fahrten mit interessanten Gesprächen gemacht. Seit dem 1 Januar 2016 hat der neue französische Betreiber BlaBlaCar das Portal Mitfhrgelegenheit abgeschaltet und verweist die ehemaligen Mitglieder sich auf BlaBlaCar zu registrieren. Nachdem nun europaweit die wichtigsten Mitbewerber aufgekauft wurden hat BlaBlaCar eine neue Zahlweise eingeführt. Wer nun eine Mitfahrgelegenheit nutzen möchte muss den Trip im Vorfeld bei BlaBlaCar auf der Webseite bezahlen. eine Vorabkommunikation um die Bedinugen wie Gepäck oder mögliche ‚Extra Wünsche‘ zu erfragen ist nicht möglich. aus Angst das Fahrer und Mitfahrer das System umgehen. Viel Menschen die ich zu dieser Umstellung gefragt habe, waren ebenso unerfreut über diese starke Änderung, so dass sie sich auch von BlaBlaCar abgemeldet haben.

Über ElmarDott

Build-, Configuration- & Release Manager (Freelancer) Expert in Enterprise (WEB) Applications + Project Manager + Consultant + Writer + Speaker + Trainer +
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